Ökumenischen Hospizarbeit Rhein-Selz e.V.

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09. März - 06. April 2014
"Suizid - keine Trauer wie jede andere. Gegen die Mauer des Schweigens"
Wanderausstellung vom Selbsthilfeverein AGUS (Angehörige um Suizid) 
im Westchor der Katharinenkirche Oppenheim, täglich 09:00 - 17:00 Uhr

Während der Ausstellungstage können Sie täglich von 09:00 - 10:00 Uhr und von 16:00 - 17:00 Uhr mit qualifizierten Ansprechpartnern ins Gespräch kommen.


Vorträge im Rahmen der Ausstellung:


Freitag, 14. März 2014 - 18:00 Uhr
Vortrag von Chris Paul, Trauerinstitut Deutschland, Bonn 
"Suizid - (k)eine Trauer wie jede andere"
im Ratssaal der VG Nierstein/Oppenheim, Sant'Ambrogio-Ring 33

Donnerstag, 27. März 2014 - 19:30 Uhr
Vortrag von Mechtild Herold, Trauerbegleiterin, Supervisorin
"Trauer nach einem Suizid. Gegen die Sprachlosigkeit - was brauchen die Zurückbleibenden?"
im Martin-Luther-Haus in Oppenheim, Am Markt 10

 

Aus der Pressemitteilung zur Ausstellung:

Oppenheim, 1. Februar 2014. Alle vier Minuten versucht in Deutschland ein Mensch sich das Leben zu nehmen. Alle 40 Minuten kommt jede Hilfe zu spät. So sterben jedes Jahr mehr Menschen durch Suizid als durch Verkehrsunfälle, Drogen und Aids zusammen. Bei jungen Menschen zwischen zehn und 24 Jahren zählt Selbsttötung gar zur zweithäufigsten Todesursache. Suizid ist alltägliche Realität. In der Öffentlichkeit wird darüber kaum gesprochen. Er gilt nach wie vor als Tabuthema, und die Betroffenen leiden still. Wir wollen das ändern und die Mauer des Schweigens durchbrechen mit der Wanderausstellung „Suizid - keine Trauer wie jede andere“.

Über Suizid und dessen Ursachen zu reden darf kein Tabu mehr sein - ebenso wenig wie über die Konsequenzen für Familienangehörige, Freunde und Bekannte. Nach Schätzungen der WHO betrifft jeder Vorfall sechs weitere Menschen, die oftmals kaum wissen, wie sie mit dem Erlebten umgehen sollen. Für sie stellt das Ereignis ein massives psychisches Trauma dar. Es hinterlässt Schuldgefühle und Versagensängste, Scham und Verleugnung bis hin zu eigenen Suizidgedanken. Hinzu kommen Verurteilung, Abweisung, Verständnislosigkeit, Intoleranz und Isolation, mit denen die Betroffenen in ihrem gesellschaftlichen Umfeld konfrontiert werden. Dabei wäre doch gerade jetzt Offenheit, Unterstützung und Dialogbereitschaft wichtiger denn je.

Die Ausstellung soll insbesondere dazu beitragen, die Situation der Hinterbliebenen kennen zu lernen und mehr über die Möglichkeiten einer hilfreichen Unterstützung zu erfahren. Denn: Vielleicht ist auch in ihrem Umfeld jemand, der betroffen ist.